By Haddock

Wir schreiben das Jahr zweitausendvierundzwanzig. Genauer den ersten Tag des Augustus jener Zeit. Vor nicht allzulanger Zeit, vor etwa 475 Jahren, also einem Wimpernschlag in der Geschichte, trieben Hexen und Zauberer ihr Unwesen in unseren Gefilden. Fliegende Hexen auf ihren Besen sind alltäglich. Dampfenden Kessel mit grünlicher Suppe stehen in so mancher Kochnische auf dem Feuer.
Es ist noch recht frisch heute morgen. Der Himmel Wolkenverhangen. Von weitem nehme ich gelbe Leuchtwesten wahr. Sollte etwas schlimmes passiert sein? Eine Panne, oder gar ein Unfall? Nach eingehender Überprüfung der Lage, dann Entwarnung. Nicht minder uncool, aber nix Schlimmes. Nur ein Dutzend BMW’s oder Beemer, wie der Franzos’ zu sagen pflegt. Kaum hörbar, leise, ja gar still, stehen sie da. Mit weit geöffneten Augen und ehrfürchtigen Blicken nehmen sie uns wahr. War es weil sie eingeschüchtert waren, oder weshalb brachen sie so hurtig auf?
Henusode. Dem Briefing folgte die Zuteilung der Verkehsmittel. Kurzum fasste Stella das ihr seit hunderten von Jahren vertraute Fluggerät. Wär sie nur dabei geblieben. Aber davon etwas später mehr. Mario, Roland und ich flaxten noch etwas, derweil wir auf Steve warteten. Als wir sie dann alle beisammen hatten, begann das Briefing. Es wurde extra darauf hingewiesen, dass wir auf den Hintermann achten sollten, damit der Konvoi nicht abreisst. Ebenso wiederholte der Schreibende, diesmal in seiner Funktion als Roadcaptain, wie es beim Sperren zu und her geht. Mit keinem Wort erwähnte ich, dass sportliche Einlagen wie sliden oder High- sider eingebaut werden sollen.
Wir fuhren also los Richtung Roggwil wo wir im Farmer Rock zum Brunch erwartet wurden. Wie ein Tatzelwurm zogen wir durch die Landschaft. Schön versetzt in perfektem Abstand. Alles funktionierte perfekt und auch Mario debütierte beim Sperren erfolgreich. Nicht mehr weit bis zum Ziel fehlte indes plötzlich ein Teil der Gruppe. Was ist passiert? Zvonko fuhr zurück um nachzuschauen.
Stella öffnete verwirrt die Augen und blickte in jene der Sanitäterin. Der inzwischen eingesetzte Regen fiel ihr ins Gesicht. Wie eingangs erwähnt hätte sie beim Besen bleiben sollen, legte sie doch tatsächlich das Bike in bester Rennfahrermanier hin und machte einen Abflug. Aber eben. Ohne Besen ist halt die Landung etwas härter. Auf die Frage der Sanitäterin, ob denn Tim ihr Lebenspartner sei, verneinte sie natürlich, dann kam noch Zvonko dazu, sagte so etwas wie ”gehtˋs Schatz”und dann war die Verwirrung perfekt. Aber es wäre ja nicht Stella, wenn sie nicht noch einen drauf gesetzt hätte mit ihrer Bemerkung ” das sind alles meine Freunde”. Die Abklärung im Spital ergab dann, dass es nur ein Muskelfaserriss sei. Und sie den leichten Dachschaden schon vorher hatte. Nachdem Entwarnung gegeben wurde, fuhren wir dann mit der verbleibenden Gruppe zum Brunch. Der etwas urchige Musikstil mochte nicht alle begeistern, aber da der Kaffee, auch in grosssen Mengen, seine Wirkung nicht entfaltete,war es noch erträglich. Nachdem wir uns sattgegessen hatten fuhren wir individuell nach Hause. Einige wollten einfach unbedingt noch im Regen fahren. Es bleibt mir Allen zu danken die dabei waren und den Tag unvergesslich gemacht haben, Stella für ihr Einverständnis sie hier etwas Klischeemässig darstellen zu dürfen und dem Schicksal das nichts schlimmeres passiert war und so konnten wir Stella bereits am Samstag wieder am Höck begrüssen. Dabei weihten wir auch geraden den von Gäbu gestifteten Grill ein. Herzlichen Dank. Für unseren nächsten Anlass, dem Oberwaldfest, brauchen wir noch Fahrer. Sowohl solche die einen Fahrgast mitnehmen können, als auch einige die für die Sicherheit auf den Rundfahrten sorgen. Meldet euch doch noch an. In diesem Sinne ride safe & have fun

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